5 Google Analytics-Kennzahlen, die Sie regelmäßig überprüfen sollten
Veröffentlicht: 2020-06-29In Google Analytics gibt es Kennzahlen, die auf ein fehlerhaftes Tracking oder sogar schwerwiegende Probleme mit Ihrer Website hinweisen können. Sie sollten diese wertvollen Metriken daher von Zeit zu Zeit überprüfen, da sie zeigen können, dass Ihre Daten unzuverlässig oder sogar nutzlos sind. In diesem Artikel stellen wir fünf dieser Indikatoren vor:
- Durchschnittliche Seitenaufrufe pro Sitzung sind weniger als 1
- Der Großteil des Traffics kommt von Direct
- Ihre eigene Domain ist der wichtigste Referrer
- Die Absprungrate ist sehr gering (<10%)
- Signifikante und anhaltende Abweichungen vom Mittelwert für Conversions
Durchschnittliche Seitenaufrufe pro Sitzung sind weniger als 1
Ein Wert kleiner als 1 ist sicherlich falsch, da jeder Besucher der Website mindestens einen Seitenaufruf hat.
Dies ist in der Regel auf ein fehlerhaftes Tracking zurückzuführen. Eine mögliche Ursache können Tools von Drittanbietern sein: Diese senden oft Daten wie Ereignisse und Seitenaufrufe direkt an Google Analytics und beeinflussen so die Erfassung von Nutzer- und Sitzungsdaten.
Um dieses Problem zu untersuchen, empfehlen wir zunächst, mehr Informationen über die Herkunft dieser „Treffer“ zu finden. Identifizieren Sie dazu das Problem, indem Sie die folgenden Schritte ausführen:
- Untersuchen Sie, welche Seiten während einer Sitzung angezeigt werden. In Google Analytics können Sie dies unter „Site Content“ mit Hilfe der Reports „All Pages“ und „Landing Pages“ analysieren.
- Prüfen Sie, ob alle Ereignisse tatsächlich eine Seite haben, auf der sie ausgelöst wurden. Ist die Trefferzahl beider vergleichbar, zB auf Tagesebene? Überprüfen Sie dies anhand des Reports „Top Events“ und wählen Sie die sekundäre Dimension „Page“ aus, um mehr zu erfahren.
- Ein falsch konfiguriertes Tracking von iframes und die Integration des Trackings auf Partner-Websites kann oft zu einer falschen Datenerfassung führen. In diesem Fall raten wir Ihnen, sich das Tracking für den iframe oder die Google Analytics-Einstellungen im Drittanbieter-Tool genauer anzuschauen.
Sie sollten die Probleme beheben, indem Sie Ihr Tracking entsprechend anpassen. Sie können auch die Konfiguration im entsprechenden Tool ändern, um bestimmte Treffer durch Filter auszuschließen.
Der Großteil des Traffics kommt von Direct
Ein hoher Anteil an Direktzugriffen kann plausibel sein, wenn die Mehrheit Ihrer Besucher wiederkehrende Kunden sind, die beispielsweise täglich über Lesezeichen oder direkt über die URL auf Ihre Seite zugreifen. Gibt es dafür jedoch keine plausible Erklärung, liegt höchstwahrscheinlich ein Problem vor. Dies könnte bedeuten, dass Traffic von bestimmten Kanälen von Google Analytics nicht richtig erkannt wird und daher dem Kanal „Direkt“ zugeordnet wird (zB Newsletter). Außerdem sollte geprüft werden, ob Kanäle durch fehlerhaftes Tracking oder bestimmte Google Analytics Einstellungen überschrieben werden.
Als Lösung schlagen wir folgende Checkpoints vor:
- Schauen Sie sich den direkten Traffic genauer an und prüfen Sie im Detail, welche Landing Pages mit diesen Besuchen verbunden sind. Arbeiten Sie mit sekundären Dimensionen, um weitere Informationen zu erhalten.
- Wenn Sie die Kanäle insgesamt betrachten, zeigen die verbleibenden Kanäle realistische Zahlen? Fehlt ein Kanal? Wenn etwas falsch erscheint, empfehlen wir Ihnen, die Dimension "Quelle/Mittel" für Ihren gesamten Traffic zu analysieren. Überprüfen Sie außerdem die Einstellungen für die "Standard-Channel-Gruppierung". Es ist möglich, dass falsche oder fehlende Konfigurationen Daten verzerren können. Gehen Sie dazu in Google Analytics auf „Admin“, wählen Sie Ihre Datenansicht aus und klicken Sie dann auf „Kanaleinstellungen“ und „Kanalgruppierung“.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Newsletter nicht ohne UTM-Tags versendet werden.
- Überprüfen Sie Ihre Website und stellen Sie sicher, dass Sie keine „Ausreißerfälle“ haben. Dies können Inhalte sein, die auf einem separaten Server oder einer separaten Domäne ausgeführt werden und die Inhalte beispielsweise über iframes von Ihrer Website beziehen.
- Überprüfen Sie Ihre "Empfehlungsausschlussliste" in den Property-Einstellungen in Google Analytics.
Ihre eigene Domain ist der wichtigste Referrer
Im Idealfall sollte Ihre eigene Domain nie im Referral-Traffic erscheinen. Ausnahmen können auftreten, wenn Sie unterschiedliche Produkte oder Sites auf separaten Subdomains (Third-Level-Domains) haben, zB product1.yourdomain.com, product2.yourdomain.com.

Andere mögliche Ursachen:
- Ist Ihr domainübergreifendes Tracking richtig eingerichtet?
- Wird die Sitzung möglicherweise durch einen manuell geänderten Sitzungs-Timeout unterbrochen?
Wir empfehlen Ihnen, die oben genannten Punkte gründlich zu prüfen und umgehend zu korrigieren.
Die Absprungrate ist sehr niedrig (<10%)
Eine extrem niedrige Absprungrate sollte immer ein Warnsignal sein, da dies bedeutet, dass praktisch alle Besucher der Website mit ihren Inhalten interagiert haben. Im Allgemeinen sollte die Absprungrate je nach Branche irgendwo über dem Schwellenwert von 30 % liegen. Betrachtet man seine Marketingkanäle einzeln, ist es durchaus möglich, dass dieser Wert deutlich höher liegt: So weist beispielsweise Display-Traffic in der Regel eine Absprungrate zwischen 50-90% auf.
Wir haben mögliche Szenarien aufgelistet, die zu einer niedrigen Absprungrate führen können:
- Falsches Tracking ist oft ein zugrunde liegender Fehler. Beispielsweise kann Google Tag Manager automatische Ereignisse initiieren, die eine Interaktion simulieren/auslösen und die Absprungrate negativ beeinflussen.
- Die Webseite selbst kann auch automatische Elemente enthalten, die sich ändern und dadurch ein Google Analytics-Track-Ereignis auslösen.
- Automatische Weiterleitungen können zu Verzerrungen führen (z. B. bei Meta-Tags oder JavaScript)
Wir empfehlen, die möglichen Ursachen nacheinander zu prüfen und Fehler schnellstmöglich zu beheben.
Signifikante und anhaltende Abweichungen der Conversions vom Mittelwert
Wenn Ihre Gesamtumsätze stark schwanken, muss es eine plausible Erklärung geben. Wurde eine neue Marketingkampagne gestartet, die viele Besucher anzieht und auf Conversions abzielt? Sind diese Schwankungen einem bestimmten Kanal zuzuordnen?
Wenn Sie keinen plausiblen Grund finden, empfehlen wir Ihnen, Ihre Recherche fortzusetzen:
- Könnte ein Tracking Error zugrunde liegen?
- Wurden in letzter Zeit Änderungen an der Website vorgenommen, die sich auf das Tracking auswirken könnten? Dies können Anpassungen an Design, Formulierung, Formularen oder Umbenennung von Seiten sein und sich auf Ihre Trigger im Google Tag Manager auswirken. Wenn solche Trigger nicht mehr korrekt ausgelöst werden, werden möglicherweise auch verknüpfte Conversions nicht erfasst.
Um das Problem zu finden, empfehlen wir, die folgenden Punkte zu überprüfen:
- Prüfen Sie zunächst, ob verwandte Metriken mit den Abweichungen korrelieren (z. B. Anzahl der Sitzungen und Anzahl der Seitenaufrufe bezogen auf die Zielaktion. Gibt es Ereignisse, die als Grundlage einer Conversion erfasst werden und zeigen diese ähnliche Abweichungen?).
- Prüfen Sie anschließend, ob der Conversion-Trigger von Google Analytics noch korrekt aktiviert ist. Der Vorschau- und Debug-Modus im Google Tag Manager ist ideal für Tracking-Tests.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Filter in Google Analytics (noch) richtig eingestellt sind.
Wenn Sie den Fehler gefunden haben, korrigieren Sie ihn und denken Sie daran, Ihre Tracking-Änderungen ausgiebig zu testen, bevor Sie sie veröffentlichen.
Abschluss
Unterschiedliche Kennzahlen müssen nicht immer ein Fehler sein. Gut möglich, dass eine plausible Erklärung gefunden wird. Wenn es jedoch keine solchen Erklärungen gibt und die Abweichungen überraschend erscheinen, ist es wichtig, dass Sie die Ursache untersuchen und suchen . Achten Sie immer auf größere Abweichungen. Richten Sie benutzerdefinierte Benachrichtigungen in Google Analytics ein, damit Sie automatisch benachrichtigt werden, wenn Ihre KPIs bestimmte Schwellenwerte überschreiten oder unterschreiten. So verpassen Sie nie wieder etwas.
